Kirchenkonzert 2019


Kirchenkonzert auf höchstem Niveau
Nach einem fast zweistündigem Konzert vor vollbesetzter Kulisse in der evangelischen Kirche in Köndringen, blieb nur die Frage woher nimmt das Orchester der Winzerkapelle Köndringen die Kraft, die Konzentration und die Motivation her, solch einen anspruchsvollen Konzertabend gestalten zu können. Erheblich mehr als ein schlichtes Kirchenkonzert, das nicht nur dem glänzenden Ruf während des gesamten Konzerts gerecht wurde, sondern auch in besondere Weise zuließ hochwertige Musik entspannt genießen zu können. Ein überaus begeistertes Publikum feierte ein in Bestform und hochgradig – motiviert aufspielendes Orchester.
Dieses Konzerterlebnis dürfte schon jetzt mit zu den Höhepunkten der Winzerkapelle gehören. Viel Übungsfleiß war aufgeboten um diesen Konzertabend zu einer erinnerungswürdigen und denkwürdigen Aufführung unter Dirigent und Musikdirektor Alfredo Mendieta, werden zu lassen. Schon bei Beginn mit „Premiere Symphonie des Noels“, wobei es sich um eine symphonische Vertonung von traditionellen französischen Weihnachtsliedern handelt die am Heiligabend in der Kapelle des Schlosses von Versailles gesungen wurden und von Désiré Dondeyne, Dirigent des Pariser Polizeimusikkorps „Musique de Gardiens de la Paix“, in ein großartige Arrangement für Blasorchester überarbeitet wurde, offenbarte sich das hohe konzertierende Leistungsvermögen. Mit großer Ausdrucksintensität gestaltete sich folgend auch ein gerade für die Kirche geschaffenes Werk von Oscar Navarro »El Arca de Noe. Es erzählt musikalisch, die biblische Geschichte der Arche Noah von der Winzerkapelle in zehn Teilen gespielt. Man hörte faszinierende Klangmomente die eine visuelle Vorstellung beim Zuhörer zuließen. Es gelang dem Orchester eine ebenso packende wie erhabene Interpretation, die sich auch beim nächsten Stück „Harry Potter and the Goblet of fire“ von Patrick Doyle nach einem Arrangement von Robert Sheldon als äußerst faszinierend darstellte. Mit „Gabriellas Song“, die Hitmelodie aus dem erfolgreichen schwedischen Film ‚Wie im Himmel“, hatte man neben der musikalischen Aufführung einen weiteren Trumpf mit der gesanglichen Begleitung der Sopranistin Conny Böttger parat. Ihre Vertrautheit mit den Kompositionen offenbarte sich darin, dass es ihr gelang mit ihrer in der Höhe leuchtenden und innigen Stimme einen vereinnahmenden Gesang zu offerieren, der sich makellose in die orchestrale Interpretation einfügte.
Wie auch folgend waren bei der gesanglichen Begleitung oder den Solopartien Passagen von machtvollen wie lieblichen Intonationen zu hören, die eine weitere Steigerung nicht bedurften. Nicht zu vergessen Dirigent Alfredo Mendieta, er hatte das 65 köpfige in Bestform aufspielende Orchester jederzeit souverän in der Hand und baute wenn thematisch notwendig eine enorm dynamisch daherkommende oder schwebende Klangfülle von Adagio bis Allegro  auf. So war es auch die unbändige Vielfalt an orchestralen Farb- und Dynamiknuancen, die auch bei den weiteren Stücken wie „Angels in the Architecture“ von Frank Tichelli, wobei wiederum Sopranistin Böttger teils als Engel verkleidet die gesangliche Betonung bei diesem Stück setzte und folglich die Zuhörer in den Bann zog. Erst recht bei „Wo ich auch stehe“ von Albert Frey nach einem Arrangement von Kurt Gäble und vor allem auch bei „Et in Terra Pax“ von Jan van der Roost. Ein absolut anspruchsvolles Werk bei dem insbesondere die verschiedenen Klangfarben und Harmonien der einzelnen Register zum Tragen kamen und den Blick für die enormen Möglichkeiten an klanglicher Mannigfaltigkeit eines symphonischen Blasorchesters öffnete. Spannend und vereinnahmend präsentierte die Winzerkapelle in atemberaubender Art und Weise schier unerschöpfliche Momente großer fesselnder  Augenblicke nicht geahnter und wahrer Klangvielfalt. Ein Stück bei dem auch das mitsingen der Musikerinnen und Musiker gefragt war und das mit seinem großen Spannungsbogen an meisterhafter instrumentaler Beherrschung vom bejubelnden Publikum honoriert wurde. Das letzte Stück im Programm gehörte nochmals der perfekten Symbiose von Sopranistin Böttger und dem in allen Phasen durch die Vollkommenheit des auf höchstem Niveau sich präsentierendem Orchester. Eine wunderschöne Interpretation mit „Ich gehöre nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ von Sylvester Levay nach einem Arrangement von Roland Smeets. Damit endete ein ebenso spannungsgeladener wie
thematisch abwechslungsreicher Konzertabend, der durch die informative Moderation von Rolf Stein zusätzlich für Spannung beim Publikum sorgte. Nach diesem erinnerungswürdigen Konzertabend traf man sich noch zum gemeinsamen Umtrunk im Gemeindehaus.
Text: Aribert Rüssel, Bild: Thomas Krumrey

Köndringer Sommernacht 2019

Wird es regnen oder Gewitter geben eine nicht ganz unberechtigte Frage beim Sommernachtkonzert am Samstagabend des Musikverein Winzerkapelle Köndringen auf dem alten Schulhof beim Haus der Musik. Ein Blick ins Handy sagte allerdings nein, vielleicht später ein wenig. Und in der Tat das Wetter hielt zumindest bis zum offiziellen Ende des Konzert, dann tröpfelte es wie vorausgesagt ein wenig.

So konnten sich die Besucher des diesjährigen Sommernacht-Konzertes zwei Stunden an einen uneingeschränkten und musikalischen Hörgenuss erfreuen. Wie nicht anders zu erwarten erlebte das Publikum einen Konzertabend, der Spitzenklasse. Dank hoch motivierter Orchestermitglieder und vom Repertoire her ausgewogen gewichtet, sowie erfrischend und niveauvoll, war das Publikum von Anbeginn an begeistert. Den Anfang des klingenden Sommerabends machte das Schülerorchester unter der Leitung von Dirigent Alfredo Mendieta mit Stücken wie „I am of the Tiger“, „Calypso“, „Tequila“ und „Punto Cano“ entführten die jungen Musikerinnen und Musiker die Zuhörer an die unterschiedlichsten Schauplätze. Hier war eindeutig die große Mühe spürbar die, die Winzerkapelle im Nachwuchsbereich investiert. Denn obwohl manche erst seit einem Jahr ein Instrument spielen, wurden alle Stücke mit Bravour vorgetragen.

Mit der legendären Titelmusik der Samstagabendshow „Musik ist Trumpf“ eröffnete die Winzerkapelle das Sommernacht Konzert. Musik ist Trumpf war dann auch wegweisend  für den weiteren Programmverlauf, der von Inga Krumrey informativ und unterhaltend kommentiert wurde. Ein Zugriff zu einem sahnig-griffigen Orchestersound, war zweifelsfrei das Frank Sinatra Classic Medley mit einem Solo von Lea Weiler. Dann gab es starke südamerikanischen Rhythmen mit dem Stück „Paconchita“, die den Orchestermitgliedern viel temperamentvolles Einfühlvermögen abverlangte. Dynamisch treibend gelang es Dirigent Mendieta die gesamte Bandbreite an faszinierender Klangschönheit hervor zu locken und das Publikum begeisternd in die südamerikanische Klangwelt mit zu nehmen. Gefolgt von einer bezaubernden wie wunderschönen Stimme von Andrea Becker bei „A night like this“ entpuppte sich ein erster Moment überraschend gut gestalteter Ausdrucksintensität in einvernehmlicher Symbiose mit dem Orchestersound, gewiss ein Highlight an diesem Abend. Reichlich kontrastreich ging es dann mit der Schnellpolka „Tritsch-Tratsch Polka“ und einem „Helene Fischer Medley“, sowie mit einem Rock Mix von Bon Jovi weiter. Doch damit hatte niemand gerechnet, dass es Dirigent Mendieta gelingen wird Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker zu überreden beim letzten Stück des ersten Programmteils „Böhmischer Traum“ das Orchester gesanglich zu begleiten. Es stellte sich heraus das Hagenacker nicht nur ein begabter Redner ist, denn wenn es dann sein muss kann er auch singen. Das Publikum fand es toll und feierte den nicht zuvor geprobten Auftritt mit stürmischen Beifallsbekundungen.

Der zweite Programmteil beginnend nach einer Pause mit dem „Kaiserin Sissi March“ sollte sich als ebenso unterhaltsam herausstellen. Wieder einmal zeigt sich die Klasse, sowohl beim Dirigenten wie bei den 48 Musikerinnen und Musiker. Markant und instrumental faszinierend präsent, zugleich von hoher Elastizität getragen, gelingt es die Songs von „Santiano“ zu einem atemberaubenden Erlebnis werden zu lassen. Reich an Dynamiknuancen präsentierte sich auch das von Gabriel Mendieta arrangierte Stück „Angry Birds Rio“, während der Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ eher durch seine Klangfarbenfülle Begeisterung fand.

Doch dann nochmal Genuss pur bei „I will survive“ bei der Sängerin Becker nochmals begleitet von der Winzerkapelle alle Register ihres Könnens zog. Eine lupenreine Interpretation des von Gloria Gaynor gesungenen Songs, das einen auch emotional anspricht. Mit einer 80.er  Kulttour mit Songs der neuen deutsche Welle kam so manche Erinnerung an „Falco“ oder auch die „Spider Murphy Gang“auf, bevor mit dem „Doppeladler“ ein wunderschöner musikalischer Sommerabend endete. Natürlich nicht ohne eine Zugabe die dann auch noch von Sängerin Becker gesanglich beim Stück „Minnie the Mocher“ reizvoll den musikalischen Teil des Abends beendete.

Text: Aribert Rüssel, Bild: Thomas Krumrey


Konzert im Autohaus

Ein Konzertabend mit schierem Gänsehautfaktor, einfach grandios mitreißend und eine Klasse für sich, erlebten die über 450 Konzertbesucher beim Konzert der Winzerkapelle Köndringen im Autohaus Ernst& König. Ein zweieinhalbstündiges uneingeschränkt fesselndes und spannungsgeladenes Konzert, das mittlerweile fast schon legendären Charakterbesitzt, löste auch diesmal wieder eine Begeisterungswelle nach der anderenaus. Inzwischen darf man schon behaupten, dass diese Konzerte im Ausstellungsraum des Autohauses, sich zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Großereignis entwickelt haben.

Das Publikum genoss einen Konzertabend, der weit über dem Amateurstatus hinaus ging, auch weil sich die 60 Musiker und Musikerinnen unterder Leitung von Musikdirektor Alfredo Mendieta in absoluter Bestform präsentierten. Es war nicht allein ein Konzert, sondern ein in sich schlüssig und ergänzendes, audiovisuelles kunstvolles Erlebnis.

Jedes Stück wurde im Panoramaformat mit Bild und Filmsequenzen im Hintergrund unterlegt. Beginnend bei der „Diebischen Elster“ von Gioacchino Rossini, ein Stück mit dem die Winzerkapelle bei ihrer Konzertreise in Chile stets begann, waren es insbesondere die beeindruckenden Bilder der sehr erfolgreichen Konzertreise. Schon hier zu Anbeginn war deutlich spürbar, dass alle Orchestermitglieder konzentriert und voller Spielfreude, sich auf diesen Abend intensiv vorbereitet haben. Jetzt konnte man die Anspannung der endlosen Probenabende und den Griff nach den Sternen endlich los werden und nicht allein die Freude am musizieren war ein Grund die Herzen des Publikums zu gewinnen. Das Motto des Abends: „Ans Ende der Welt und darüber hinaus“, setzte sich mit einer wunderbaren Reise in die Welt des Tangos mit der virtuosen Klangkünstlerin Andrea Rappenecker als Solistin am Akkordeon fort. Sie lässt alle Elemente des Tangos Melancholie, Liebe und Lebensfreude wie bei„Adios nonino“ vom argentinischen Bandoneon-Spieler Astor Piazzolla, zu einem wunderschön anzuhörenden und begeisternden Klangbild aufblühen. 

Die vielen jungen Orchestermitglieder, die jüngste ist erst10 Jahre alt, wollen dynamische Spielerlebnisse. Da bietet sich „Imagasy“ von Thiemo Krass förmlich an. Die Anregung zu seiner Komposition erhielt Kraas durch die Beobachtung eines kleinen Kindes, das sich,völlig versunken, malend in eine Traumwelt versetzte. Spielend leicht gelang es dem Orchester bei all der notwendigen Konzentration um das Bemühen der wechselnden Dynamik, dem Publikum eine traumhaft gestaltete und vor allem klanglich farbenreiche musikalische Gefühlspalette zu bieten. Einfach Spitze wie Dirigent Mendieta sein Orchester an Höchstleistungen heranführte.

Ein weiterer Kraftakt war dann „Cape Horn“ von Otto M. Schwarz mit einer bewundernswerten Solopartie von Mennie Lang, auf dem Solo-Horn. Es sind solche Momente die ihre Reizwirkung nie verfehlen. Hierbei auch insbesondere durch die schönen Background Bilder, wie auch bei „Beyond the sea“ von Charles Trenet, ein musikalische Highlight des Walt-Disney-Films „Findet Nemo“.

Man muss nicht unbedingt in die großen Konzertsäle wenn es das gleiche vor der eigenen Haustür gibt. Das bewies sich auch nach der Pause mit „Star Trek Through The Generations“ vonGoldsmith/McCarthy. Teils schwungvoll, akrobatisch und lupenrein musikalisch perfekt inszeniert, offenbarte das Orchester eine gewaltige Bandbreite an faszinierender Klangschönheit. Die setzte sich auch fort bei „Blue Moon“ von Richard Rodgers mit einer Solostimme von Andrea Becker. Eine Stimme die mansich merken sollte, wie es Moderator Rolf Stein der sehr souverän durchs Programm führte, mit Recht anmerkte. Das perfekte und im passenden Moment druckvoll und zuletzt großartig anwachsende geforderte Stimmvolumen fügte sich nahtlos in die musikalische Umrahmung ein. „The Incredibles“ von Michael Giacchino und dirigiert von Gabriel Mendieta, war ein weiteres Beispiel des hohen Leistungsvermögens, das sich in „How to train your Dragon“ von John Powell auf faszinierender Weise fortsetzte. Auch hier gelingt es die musikalisch umgesetzten Szenarien des animierten 3D Films „Drachenzähmen leichtgemacht“, bravourös darzubieten. Bravourös auch das letzte Stück „Paconchita“ von Oscar Navarro mit einem für sich sprechendem Schlagzeugsolo von Mattis Friske. Auch Friske gehört zur jungen Generation die sich bereits einen Platz im Orchester gesichert haben.

Euphorischer Beifall und ein total begeistertes Publikum, wie nicht enden wollende Forderungen nach Zugabe,beendeten einen Konzertabend der lange in Erinnerung bleiben dürfte.  

Nicht nur Dirigent Mendieta hatte allen Grund sich bei seinem Orchester für das überwältigende Konzert zubedanken, auch Vorsitzender Werner Schillinger sprach all den vielen Helfern und Helferinnen beim Auf- und Abbau, bei der Technik und Bewirtung und ebensoder stets perfekten Moderation durch Stein, seinen Dank aus. Ohne ihr Engagement wäre solch ein umfangreich gestalteter Abend nicht möglich, so Schillinger. Ein besonderer Dank ging an das Autohaus Ernst & König für die Bereitstellung des Ausstellungsraumes, sowie den weiteren Sponsoren Firma Graf und Elektrotechnik Kopfmann.

Text und Bild Aribert Rüssel